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MINF

MINF – 2. Jahrgang

Medieninformatik

Fotografie Videobearbeitung Medienproduktion Bildbearbeitung
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MINF Fach-Kürzel
HAK Schwaz
2022/23 Schuljahr
Projekte & Arbeiten

Kinematografie und die Psychologie der Five-Shot-Regel

Theoretischer Hintergrund & Erklärung:

Die Five-Shot-Regel ist eines der wichtigsten filmischen Konzepte im Dokumentar- und Reportage-Bereich, um eine Handlung visuell flüssig und spannend zu erzählen, ohne auf Ton angewiesen zu sein. Sie besteht aus:

  1. Close-up der Hände: Zeigt, WAS gemacht wird.
  2. Close-up des Gesichts: Zeigt, WER es macht und mit welcher Emotion.
  3. Over-the-Shoulder (OTS): Bietet die Perspektive der handelnden Person.
  4. Establishing Shot / Totale: Zeigt, WO die Handlung stattfindet.
  5. Alternative Perspektive: Eine ungewöhnliche Perspektive (Low-Angle, High-Angle), um Spannung zu erzeugen.

Ein weiteres fundamentales Gesetz der Kinematografie ist die 180-Grad-Regel (Achsensprung). Zieht man eine imaginäre Linie zwischen zwei handelnden Personen, darf die Kamera diese Linie nicht überschreiten, da die Personen sonst im Bild plötzlich die Blickrichtung tauschen und der Zuschauer die räumliche Orientierung verliert.

Aufgabenstellung:

Dreh und Schnitt einer zusammenhängenden narrativen Sequenz unter strikter Einhaltung der Five-Shot-Regel. Der Schnitt musste so erfolgen, dass die Handlungen nahtlos ineinander übergehen (Continuity Editing).

Vorgehensweise & Umsetzung:

Zunächst erstellte ich ein Storyboard, um die fünf Einstellungen exakt zu planen und die 180-Grad-Linie von vornherein festzulegen. Beim Dreh achtete ich auf eine korrekte Belichtung und eine ruhige Kameraführung. Das eingespielte Videomaterial importierte ich in Adobe Premiere Pro (AA02 Five-shots.prproj). Dort wandte ich Techniken des non-linearen Schnitts an. Ich synchronisierte die verschiedenen Blickwinkel und schnitt bevorzugt „in der Bewegung“ (Cutting on Action), damit die Schnitte für das menschliche Auge „unsichtbar“ wurden.

Ergebnis & Reflexion:

Das resultierende Video demonstriert meine Fähigkeit, visuelles Storytelling professionell umzusetzen. Ich verstehe nun, wie mächtig der Schnittrhythmus ist und wie die Kombination verschiedener Einstellungsgrößen die Aufmerksamkeit und Emotion des Zuschauers gezielt steuern kann.